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29. AUGUST 2026 · SCHLÜSSLBERG & WENG

Die Gäste, die eigentlich nie bei uns übernachten wollten

Willi Sickinger
Willi SickingerGeschäftsleitung

Wenn das Auto auf der Heimreise streikt und aus wenigen Stunden bis nach Hause plötzlich eine ungeplante Nacht wird.

Wenn das Auto auf der Heimreise streikt und aus wenigen Stunden bis nach Hause plötzlich eine ungeplante Nacht wird.

„Manchmal bedeutet Gastfreundschaft nicht, einen perfekten Urlaub zu ermöglichen. Manchmal bedeutet sie, in einem ziemlich schlechten Moment eine gute Lösung zu finden.“

Du bist nach einem richtig schönen Urlaub auf dem Weg nach Hause. Die Kinder schlafen und eigentlich bist Du in ein paar Stunden daheim. Gedanklich freust Du Dich wahrscheinlich schon auf das eigene Bett. Dann leuchtet plötzlich eine Warnlampe auf. Das Auto verliert Leistung oder bleibt ganz stehen.

Oder es passiert genau andersherum: Du fährst urlaubsreif los, freust Dich schon auf das Meer, das Buffet und den ersten Cocktail im Hotel. Und dann ist die Reise vorbei, bevor sie richtig begonnen hat.

Und auf einmal ist der ganze Plan ein anderer.

Es geht nicht mehr darum, ob Du um 23 Uhr oder erst um 1 Uhr zu Hause ankommst. Plötzlich stellen sich ganz andere Fragen: Was ist mit dem Auto? Wo können wir heute noch schlafen? Wie kommen wir mit Kindern und Gepäck dorthin? Und wie gelangen wir morgen wieder zur Werkstatt?

Diese Gäste wollten nie bei uns übernachten

Wir erleben solche Situationen im Schlafraum immer wieder, und ganz besonders in diesem Sommer. Meistens am Abend, häufig am Wochenende und natürlich besonders gerne dann, wenn ohnehin schon alles etwas kompliziert ist. Zum Glück hat man für solche Fälle eine Versicherung oder ist Mitglied bei einem Pannendienst. Das Auto wird vom ADAC oder ÖAMTC oder die Auto Werkstätten in der Umgebung abgeschleppt, die Werkstatt öffnet erst am nächsten Morgen oder vielleicht sogar erst am Montag, und Du stehst mit Deiner Familie plötzlich in einer Gegend, die Du nicht kennst.

Diese Menschen haben keinen Aufenthalt geplant. Gedanklich waren sie ja schon im eigenen Bett oder bereits am Strand. Sie hatten keine gemütliche Anreise und freuen sich auch nicht auf einen spontanen Kurzurlaub. Sie sind erschöpft, enttäuscht und oft ziemlich ratlos. Eigentlich wollten sie nur nach Hause oder endlich in den Urlaub.

Der ADAC, der ÖAMTC oder manchmal auch die freundliche Dame an der Raststation versuchen, für die Familie eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Da ist es ein großer Vorteil, dass Harald und ich rund um die Uhr persönlich abheben. Wenn bei uns das Telefon läutet, hören wir meistens schon nach den ersten Sätzen, dass es jetzt nicht nur um die Frage geht, ob noch ein Zimmer frei ist. Wir versuchen dann, möglichst schnell ein passendes Zimmer für die Familie zu finden.

Eine Autopanne betrifft nicht nur das Auto

Der Pannendienst und die Werkstatt kümmern sich um das Fahrzeug. Das ist wichtig und dafür sind die Profis da. Aber daneben steht noch eine Familie mit Koffern, müden Kindern und einigen offenen Fragen.

Besonders schwierig wird es, wenn das Auto bereits zu einer Werkstatt gebracht wurde. Dann fehlt nicht nur die Mobilität, sondern manchmal auch der Zugang zum Gepäck. Ein Taxi ist spät am Abend in unserer Region oft nur schwer zu bekommen. Meistens bringt der Pannendienst die gestrandeten Gäste zu uns ins Hotel.

Was wir dann können: ruhig bleiben, zuhören und versuchen, aus dem Durcheinander einen brauchbaren Plan zu machen. Meist passiert das in der Nacht!

Zuerst suchen wir eine Lösung, damit alle ein passendes Bett bekommen und endlich schlafen können.

Am nächsten Morgen klären wir beim Frühstück, wie es weitergeht. Wie kommt jemand zurück zur Werkstatt? Und über allem steht die große Frage: Wann ist das Auto wieder repariert?

Manche Gäste bleiben nur eine Nacht, andere waren schon eine ganze Woche bei uns. Da lernt man sich natürlich besser kennen. Wir versuchen, ihnen trotz der schwierigen Umstände eine gute Zeit zu ermöglichen. Aus einem ungeplanten Zwischenstopp entstehen dabei manchmal richtig schöne Begegnungen, und hin und wieder kommen diese Gäste später sogar "freiwillig" wieder.

Ein freies Zimmer ist in diesem Moment wichtig. Aber manchmal reicht ein Bett allein noch nicht aus.

Automatischer Check-in und trotzdem persönlich erreichbar

Gerade in solchen Momenten zeigt sich, warum unser Konzept gut funktionieren kann. Der Check-in ist rund um die Uhr möglich. Niemand muss es bis zu einer bestimmten Rezeptionszeit schaffen und eine verspätete Ankunft wird nicht zum nächsten Problem des Abends.

Gleichzeitig bedeutet ein automatischer Check-in bei uns nicht, dass niemand erreichbar ist. Keine Warteschleife und keine komplizierte Hotelbeschreibung. Die Familie braucht in diesem Moment eine klare Antwort: Ja, wir haben eine Möglichkeit. So kommt Ihr zu uns. Und wenn beim Check-in etwas unklar ist, ruft bitte einfach noch einmal an. Harald und ich geben unser Bestes.

Unsere Technik soll die Abläufe einfacher machen. Dass wir persönlich erreichbar sind, bleibt für uns trotzdem besonders wichtig.

Das Auto ist dadurch noch nicht repariert. Aber die Familie kann kurz durchatmen und die nächsten Schritte in Ruhe organisieren.

Manchmal ist ein Zimmer mehr als nur ein Bett

Im Hotelalltag sprechen wir oft über Ausstattung, Preise, Buchungssysteme, Frühstückszeiten und Auslastung. Alles wichtig. In solchen Situationen wird aber sehr schnell klar, worum es bei Gastfreundschaft im Kern geht.

Es geht darum, erreichbar zu sein, wenn jemand gerade nicht weiterweiß. In diesem Moment zählt jede Minute. Besonders wenn Du um 2 Uhr früh noch beim Pannendienst im Auto sitzt und geklärt werden muss: Wo schlafen wir jetzt? Meistens übernimmt eine Versicherung die Hotelkosten. Beim Kleingedruckten stellt sich dann aber manchmal heraus, dass Verpflegung oder Frühstück nicht bezahlt werden.

Es geht um eine klare Auskunft statt zusätzlicher Unsicherheit. Und manchmal einfach darum, einer müden Familie nach einem richtig schlechten Tag einen ruhigen Platz für die Nacht zu geben. Auch wenn man im Bett ein wenig zusammenrücken muss, schaffen wir es immer wieder, dass die Gäste unser Haus am Ende doch mit einem Lächeln verlassen.

Ich glaube, wir, Tamara, Conny, Harald und ich, sind menschlich geblieben. Als Familienbetrieb ist es unsere Aufgabe, für unsere Gäste auch in schwierigen Situationen einen guten Aufenthalt möglich zu machen. Denn wenn uns so etwas selbst einmal passieren würde, wären wir genauso froh, wenn jemand abhebt, zuhört und einfach hilft.